König Otto der Große

König Otto I. der Große und seine Politik mit der Reichskirche

von Björn Böhling

1. König Otto I. der Große

Diese schriftliche Hausarbeit befasst sich mit der ottonischen Herrschaft im ostfränkisch-deutschen Reich des 10. Jahrhunderts n.Chr. Im Mittelpunkt steht der deutsche König Otto I. d. Große und seine Politik mit der Reichskirche. Untersucht werden Intentionen und Bedingungen dieser Politik. Leitfragen sind, welches Verhältnis zwischen König und Kirche bestand, wie er mit ihr oder auch gegen sie handelte. War die Reichskirche einfach der verlängerte Arm der Königsgewalt, gab es keine Eigenständigkeit, und was wollte der Monarch überhaupt ereichen?

Die Behandlung dieser Fragen bezieht sich fast ausschließlich auf die Regierungszeit Ottos I. als König des Reiches von 936 bis 973. Obwohl sich die ottonisch-salische Reichskirche auch noch unter den folgenden Monarchen entwickelte, soll der Blick auf dem Beginn dieser Entwicklung unter Otto I. liegen, der zwar nicht als Erfinder angesehen werden kann, der sie aber als erster systematisch für sich nutzte. Aus dem Grund wird auch auf die Kaiserzeit Ottos I. nicht eingegangen. Ebenfalls kann in diesem Rahmen nur die deutsche Reichskirche Beachtung finden und bis auf wenige Abschnitte entfällt ein Vergleich mit den europäischen Nachbarkirchen aus thematischen Gründen.

Die Literatur zu diesem Thema ist weit und umfassend. Die Erscheinungen datieren hauptsächlich aus der Mitte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu nennen ist wohl an erster Stelle Joseph Fleckenstein, der mit seinem Beitrag im Handbuch der deutschen Geschichte das Standardwerk für diese Epoche und weitere Werke zum Thema Reichskirche liefert.[1] Daneben gibt es zahlreiche geschichtliche Überblicksdarstellungen, wie z.B. den Band Das frühe Mittelalter von Jan Dhondt in der Reihe Fischer Weltgeschichte[2] oder auch die Bände von Reinhard Schneider und Johannes Fried im Oldenbourg Grundriss der Geschichte.[3] Zum Thema Reichsbischöfe ist Odilo Engels zu nennen. Timothy Reuter und Rudolf Schieffer[4] leiten u.a. mit ihren Aufsätzen die für diese Hausarbeit wichtige Kontroverse ein, die sich anhand der oben angeführten Leitfragen ergibt und die hier nachgezeichnet werden soll. Kurz gesagt, geht es hierbei um die Frage, ob die Gegengewichtsthese, nach der Otto die Kirche als Machtmittel gegen den weltlichen Adel installiert hat, zutrifft oder nicht.

Außer einer Neudeutung der vorhandenen Quellen und Literatur, die allerdings völlig andere Schlussfolgerungen zulässt, kam in den letzten Jahrzehnten wenig Neues hinzu. Mittlerweile ist die historische Forschung soweit, dass mehr oder weniger nur noch Bekanntes reproduziert wird.[5]

Als Quellengrundlage dient Routgers Vita sancti brunonis archiepiscopi coloniensis, die als das Standardwerk über den ottonischen Reichsbischof bezeichnet werden kann. Daneben existiert eine Fülle von Dokumenten der ottonischen Hofkapelle, die aber hier keine weitere Beachtung findet.

Als Einführung in das Thema wird in den ersten Kapiteln ein historischer Ablauf gegeben, der den Übergang vom Karolinger Reich zum ostfränkisch-deutschen Reich darstellt und schon auf die dabei entstehenden Schwierigkeiten hinweist. Im Folgenden steht Otto I. im Mittelpunkt, seine Politik dem weltlichen Adel und auch der Reichskirche gegenüber. Die Kapitel 3.3. und 4 leiten die Diskussion der Kontroverse um die Leitfragen ein und stellen sie dar. Diese Abschnitte bilden den Kern dieser Hausarbeit, deren Ergebnisse dann in Kapitel 5 abschließend beurteilt werden. Zur Unterstützung der Darstellung und Orientierung befinden sich im Anhang historische Karten sowie unter 7. eine Zeitleiste über die behandelte Epoche.

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[1] Fleckenstein 1970.

[2] Dhondt 1986.

[3] Schneider 1982 und Fried 1991.

[4] Reuter 1982 und Schieffer 1989.

[5] In Voigt 2000 finden sich z.B. sämtliche Überlegungen der älteren Literatur – besonders Fleckensteins – wieder.

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