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3.3.4. Zusammenfassung und Ausblick
Das bisher Gesagte könnte nun wie folgt zusammengefasst werden: Die Vergangenheit hatte gezeigt, dass ein Herrscher auf die Unterstützung der Stammesherzöge angewiesen war, wenn er nicht nur ein einflussreicher, sondern auch ein selbständig handelnder Monarch sein wollte. Otto I. hatte seit seiner Inthronisation 936 versucht, den Adel durch Verheiratungen an seine Familie zu binden. Spätestens nach dem Aufstand seines Sohnes Liudolf 953/54 musste er allerdings einsehen, dass der persönlichen Macht- und Herrschaftsgier der vermeintlichen Verbündeten mit diesem Mittel nicht zu begegnen war. An dieser Stelle war es Zeit, sich über Alternativen klar zu werden, da nicht nur Ottos Herrschaft, sondern das Prinzip der Zentralgewalt bedroht war.[79]
[79] Offensichtlich bestand zur damaligen Zeit nur die Auswahl zwischen einem System mit einem starken Monarchen für das gesamte Reich oder aber mit vielen Stammesherzögen als jeweils in ihren Ländern kleine Könige. Dies hatte sich allerdings für die Verteidigung des Reiches (Normmannen-, Ungarneinfälle) schon vorher als unwirksam erwiesen.
[80] Engels 1986, S. 41. [81] Dies wird als Gegengewichtsthese bezeichnet. [82] Bei dieser Zusammenfassung handelt es sich um eine ältere Geschichtsdeutung, die dringend der Ergänzung, Korrektur oder Bestätigung bedarf. Um den Verlauf der Kontroverse zu skizzieren, wurde bei der Zusammenfassung schon eine Bewertung eingefügt, die ein Geschichtsbild entstehen lässt, das wahrscheinlich in der Gesellschaft noch weit verbreitet ist und eine durchweg homogene und auf die Bedürfnisse des Königs fixierte Reichskirche darstellt. Es soll aber hiermit auch klar gemacht werden, dass diese Bewertung nur vorläufig ist und einige Forschungsergebnisse noch nicht einbezieht. |
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