König Otto der Große

König Otto I. der Große und seine Politik mit der Reichskirche

von Björn Böhling

6. Zeitleiste

687 Schlacht bei Tertry/Somme: Pippin (der Mittlere) wird alleiniger Hausmeier und nennt sich princeps francorum.



732 Sieg Karl Martells bei Poitiers: Ende der arabisch-muslimischen Ausdehnung.



751 Karolingischer Staatsstreich: Pippin wird König.



752 Vertrag von Ponthion zwischen Papst Stephan III. und dem Frankenkönig.



768 Tod König Pippins: Reichsteilung unter seine Söhne Karl und Karlmann.



768 Karl d. Große wird König.



772 – ca.800 Eingliederung der Sachsen in den fränkischen Reichsverband.



772 Erster Sachsenfeldzug Karls d. Großen.



774 Untergang des selbständigen Langobardenreiches. Karl. d. Große wird auch hier König.



778 Die Niederlage Karls d. Großen bei Roncevalles. Herzog Widukind von Sachsen erhebt sich gegen die Herrschaft der Franken.



787 Erster Beutezug der Normannen in Westeuropa (an der Küste von Dorset).



800 Kaiserkrönung Karls d. Großen.



803 Unterwerfung der Sachsen durch Karl d. Großen.



806 Divisio regnorum (später nicht realisiertes Reichsteilungsprojekt).



814 Tod Karls d. Großen. Sein Sohn, Ludwig der Fromme, wird Nachfolger.



816 Reform der Domkapitel, der Frauenklöster, der Männerklöster, des Episkopats und der Weltgeistlichkeit.



817 Vertrag mit dem Papsttum (pactum ludovicianum), Reichstag in Aachen: Ludwig d Frommen ältster Sohn Lothar (I.) Mitkaiser; Ordinatio imperii – Reichteilungsprojekt (Ursache jahrzehntelangen Nachfolgestreits).



814 Korrektur des pactum ludovicianum durch Lothar I. (Constitutio Romana).



827 Die Araber erobern Kreta. Ende der Seeherrschaft des Byzantinischen Reiches. Die Moslems des Emirates Kairuan beginnen mit der Eroberung Siziliens.



831 Erneutes Reichsteilungsprojekt (auf der Basis der divisio von 806).



833 Niederlage Ludwig d. Frommen auf dem „Lügenfeld“ bei Colmar gegen seine Söhne; Herrschaftsverzicht und Kirchenbuße.



834 Restituierung Ludwigs d. Frommen als Kaiser.



836 Neapel und Städte Campaniens verbinden sich mit den Arabern.



838 Systematische Angriffe der Araber auf Südfrankreich. Tod Pippins I., Sohn Ludwigs d. Frommen: Sein eigener Sohn Pippin II. als Erbe weitgehend ausgeschaltet.



840 Die Einfälle der Normannen verwandeln sich in strategische Großangriffe auf den Kontinent und auf England. Tod Ludwigs d. Frommen und Ausbruch des offenen Bruderkriegs zwischen seinen Söhnen Lothar I., Ludwig d. Deutschen und Karl d. Kahlen.



843 Vertrag von Verdun. Teilung des Imperiums durch die Söhne Ludwigs d. Frommen. Auf der Synode von Coulaines kapituliert Karl d. Kahle vor den französischen Vasallen. Er verspricht, ihre Lehen nicht „willkürlich“ zurückzufordern.



855 Tod Lothars I. Sein Reich wird unter seinen Söhnen aufgeteilt.



875 Tod Kaiser Ludwigs II. Karl d. Kahle wird Kaiser.



876 Tod König Ludwigs d. Deutschen.



877 Tod Karls d. Kahlen.



884 Karl d. Dicke (III.) wird Kaiser im ganzen Karolinger Reich.



887 Die Normannen verwandeln die Pfalzkapelle Karls d. Großen, das Aachener Münster, in einen Stall für ihre Pferde. Absetzung Karls d. Dicken.



888 Arnulf von Kärnten, der außereheliche Sohn eines in Bayern herrschenden Karolingers und Enkel Ludwigs d. Deutschen, wird zum deutschen König gewählt. Die französischen Großen wählen Graf Odo von Paris zum König von Frankreich. Berengar von Friaul wird König von Italien. Rudolf (aus dem Geschlecht der Welfen) gründet das Königreich Burgund.



891 Arnulf von Kärnten erringt einen entscheidenden Sieg bei Löwen an der Dyle. Guido von Spoleto wird Kaiser.



894 Erster großer Vorstoß der Ungarn.



911-918 Mit dem Tode Ludwigs d. Kindes stirbt die deutsche Linie der Karolinger aus Die Großen des Reiches wählen Konrad I. von Franken zum König. Er bemüht sich vergeblich um die Durchsetzung des Königtums gegenüber den Herzögen. Lothringen schließt sich dem Westreich an.



919-936 Heinrich I. wird von den Franken und Sachsen zum König erhoben. Im Kampf gegen die Herzöge erfolgt



920 die Unterwerfung des zum Gegenkönig erhobenen Arnulf von Bayern.



925 Rückkehr Lothringens unter die Hoheit des Ostreichs. Herzog Giselbert heiratet später Heinrichs Tochter Gerberga.



926 Erhebung des fränkischen Grafen Hermann zum Herzog von Schwaben nach dem Tod Burkhards II. von Schwaben. Im



928/29 Kampf gegen die Slawen werden die Heveller (Brennaburg a. d. Havel) und Daleminzier unterworfen. Ein Aufstand der Wilzen und Abodriten wird bei Lenzen niedergeschlagen. – Zur Abwehr der Ungarn erkauft Heinrich einen Waffenstillstand (9. Jahre), legt in dieser Zeit Burgen zur Verteidigung an und stellt ein gepanzertes Reiterheer auf. Mit ihm erringt er



933 den Sieg über die Ungarn bei Riade.



936-973 Otto I. d. Große, Sohn Heinrichs und von ihm zum Nachfolger designiert, wird in Aachen von den weltlichen Großen inthronisiert und nach Akklamation durch das Volk von den Erzbischöfen gesalbt und gekrönt. Die Herzöge – Eberhard von Franken als Truchsess, Giselbert von Lothringen als Kämmerer, Hermann von Schwaben als Mundschenk, Arnulf von Bayern als Marschall – wallten ihres Amtes beim Krönungsmahl.



936-937 Markenorganisation unter Hermann Billung und Markgraf Gero (Sicherung der Ostgrenze).



938 Ottos Halbbruder Thankmar fällt.



939 Aufstand der Herzöge Eberhard von Franken und Giselbert von Lothringen sowie Heinrichs, Ottos Bruder, wird in der Schlacht von Andernach durch Hermann von Schwaben niedergeschlagen. Eberhard fällt, Giselbert ertrinkt im Rhein. Der begnadigte Heinrich unterwirft sich nach missglückter Verschwörung (941) endgültig. Verleihung der Herzogtümer an Ottos Verwandte: Franken wird eingezogen, Konrad der Rote erhält Lothringen (944), Heinrich Bayern (947) Liudolf Schwaben (950).



950 Unterwerfung Herzog Boleslaws von Böhmen.



951-952 Auf den Hilferuf Adelheids von Burgund zieht Otto nach Pavia (1. Italienzug) und nennt sich ohne Wahl und Krönung König der Franken und Langobarden. Heirat mit Adelheid. Berengar empfängt Italien zu Lehen, muss aber Istrien, Friaul und Verona an Bayern abtreten.



953-954 Aufstand Liudolfs und Konrad des Roten wird nach dem Ungarneinfall niedergeworfen: Schwaben fällt an Burkhard III., Lothringen erhält Ottos Bruder Brun, Erzbischof von Köln.



10.8.955 Sieg Ottos über die Ungarn auf dem Lechfeld. Okt. 955 Sieg a. d. Recknitz über die Slawen.

Die Missionierung der Slawen erfolgt durch die Gründung der Bistümer Schleswig, Oldenburg, Havelberg, Brandenburg (948), Meißen, Merseburg und Zeitz (später Naumburg), die dem Erzbistum Magdeburg unterstellt werden (968); Prag (973) und Olmütz (975) werden von Mainz regiert.



961-965 2. Zug Ottos nach Italien.



2.2.962 Kaiserkrönung Ottos in Rom.



966-972 3. Italienzug: Die langobardischen Fürsten Unteritaliens huldigen Otto. Unentschiedene Kämpfe gegen das byzantinische Kalabrien; gegen Räumung des byzantinischen Besitzes erkennt Byzanz das Kaisertum Ottos an.



973 Tod Ottos I. Nachfolger wird sein Sohn Otto II.

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