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3.1. Die Familienpolitik und der Liudolfaufstand
Retrospektiv betrachtet, war die Politik des ostfränkisch-deutschen Königs durchaus innovativ und auf die Lösung der Probleme ausgerichtet. Er versuchte weder, sich mit Gewalt gegen seine Widersacher zu wehren, noch sich ihre Treue durch die Vergabe von Krongütern zu erkaufen. Natürlich muss hier differenziert werden, denn seit der neuen Reichsverfassung hatte der König auch nicht mehr das alleinige Recht über das Reichsgut.[46] Er erkannte, dass eine Möglichkeit darin lag, sowohl die machtgierigen Mitglieder des Königshauses zufrieden zu stellen, als auch die störrischen und auf Souveränität bedachten Stammesherzöge an sich zu binden. Fleckenstein fasst die Absichten des Königs daraufhin wie folgt zusammen: „Der Kern des ... Versuches lag darin, daß der König den Tod der einzelnen Stammesherzöge benutzte, ihre Herzogtümer deren Familien zu entziehen und sie an Mitglieder seiner eigenen Familie zu bringen.“[47]
[46] Vgl. Fleckenstein 1988, S. 142. Man müsste also untersuchen, inwieweit der König überhaupt noch finanzielle und militärische Möglichkeiten hatte, sich auf einem anderen Weg seiner Gegner zu erwehren. M.E. waren die drei Säulen so eng verwoben, dass sich keine allein gegen die anderen stellen konnte.
[47] Fleckenstein 1988, S. 144. [48] Den letzten Anstoß zu dieser Tat war wahrscheinlich die Geburt seines Stiefbruders, wegen der er, seit 946 zum Thronfolger designiert, glaubte, sie würde ihn um sein Erbe bringen (vgl. Fleckenstein 1970, S. 244.). [49] Jan Dhondt datiert für die Schlacht den 9. August 955. (Vgl. Dondt 1968, S. 198.) Da auch andere Autoren (u.a. Gladen 2001, S. 41) den 10. August als Datum vorziehen, wird er auch hier weiterverwendet. Es stellt sich sowieso die Frage, ob es nun so wichtig ist, ob die Schlacht am 9. oder am 10. geschlagen wurde, aber dass sich diese Diskrepanz hier zeigt, bleibt festzuhalten. |
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